Von Stuttgart (31.08) nach Darmstadt (8.09.12)

IV. Fußmarsch für FREIHEIT UND MENSCHENRECHTE

Sehr geehrte Damen und Herren,
am 24. Mai diesen Jahres feierte Eritrea zum 21. Mal seine offizielle Unabhängigkeit. Anstatt mitzufeiern gab es zu diesem Anlass weltweit Demonstrationen und Kundgebungen. Vor den Eritreischen Botschaften und Konsulaten auf der ganzen Welt wurde für Menschenrechte, Freiheit und Demokratie aufgerufen, denn:

In Eritrea gibt es keine gewählte Regierung, sondern ein diktatorisches Regime, welches das ganze Land immer mehr militarisiert, indem es die jungen Menschen – Männer und Frauen – zu unbegrenztem Militärdienst zwingt. Das geht soweit, dass Menschen bis zum 58. Lebensjahr Waffen tragen und den Militärdienst ableisten müssen. Willkürliche Verhaftungen sind an der Tagesordnung, sodass von einer unabhängigen Gerichtsbarkeit keine Rede sein kann. Mittlerweile gibt es mehrere Tausend politische Gefangene, von denen man oft nicht weiß, ob sie noch am Leben sind, und wenn, wo sie sich überhaupt befinden. Das Verschwinden Lassen von Menschen ist eine weitere perfide Strategie des Regimes Angst und Schrecken unter der eritreischen Bevölkerung zu verbreiten.

Grundrechte wie Bewegungsfreiheit, Rede-, Presse- und Glaubensfreiheit sowie demokratische Wahlen existieren nicht. Hinzu kommen Armut und die immer wiederkehrende Lebensmittelknappheit. Dieser drastische Zustand hat in den letzten Jahren zu einer Massenflucht junger EritreerInnen geführt. Junge Menschen, die lieber das tödliche Risiko einer Flucht auf sich nehmen, anstatt unter einem Regime zu leben, in dem sie keine Hoffnung sehen. Selbst das wird vom Regime durch Sippenhaft bestraft: Angehörigen flüchtiger Personen droht die Gefahr, ins Gefängnis geworfen zu werden.

Die Flucht beginnt an der Grenze mit einem Schießbefehl, geht weiter in der tödlichen Hitze der Sahara, und oft geraten sie in die Fänge von Menschenhändlern, die in den Organhandel verstrickt sind und den hilflosen Flüchtlingen die Organe bei lebendigem Leib entnehmen lassen. Am Ende steht die Überquerung des Mittelmeers in überfüllten Fischerbooten, was Tausenden von Flüchtlingen das Leben kostet.

Wir sagen: Es reicht!
Im Jahr 2004 sind wir für ‚Freiheit und Menschenrechte in Eritrea‘ von Frankfurt a.M. nach Brüssel zum Hauptsitz der EU-Kommission, im Jahr 2005 von Genf nach Rom und im Jahr 2006 von New York nach Washington D.C. marschiert. Wir werden wieder marschieren für die Freiheit und die Menschenrechte.
Unser 4. Fußmarsch startet am 31.08.2012 in Stuttgart und endet am 08.09.2012 in Frankfurt am Main.

Unser Ziel ist es, die Öffentlichkeit auf die Brutalität des PFDJ-Regimes (Peoples Front for Democracy an Justice) gegen die eritreische Bevölkerung in Eritrea und in Deutschland aufmerksam zu machen und über die Aktivitäten der Stellvertreterorganisationen, die sogenannten Mahbere-Komms, welche sich in Deutschland als eingetragene Kulturvereine jeglicher Art ausgeben, aber in Wirklichkeit Handlanger des Regimes sind, aufzuklären.

Darunter fallen zum Beispiel:
– Young-PFDJ: Jugendorganisation, die der internationale Ableger der Einheitspartei (PFDJ) in Eritrea ist; es gibt sogenannte ‚Chapters‘ in allen Ländern und Städten, in denen es größere eritreische Communities gibt. Sie wurde von dem höchsten politischen Berater des Diktators, Yemane Gebreab, gegründet. Die YPFDJ verbreitet nationalistische und regimetreue Propaganda, sorgt für die Beschaffung finanzieller Mittel für die Militärdiktatur in Eritrea und bekämpft aktiv die Eritreische Opposition im Ausland.
– HMADE (eritreische Frauenvereine) sowie WARSAY e.V. Sie alle bedienen sich der demokratischen Strukturen und Möglichkeiten des deutschen Rechtsstaates.
Wir möchten Exil-EritreerInnen ermutigen, das SCHWEIGEN zu brechen und sich an die Seite der Menschen, die sich für Freiheit und Gerechtigkeit engagieren, zu stellen und denjenigen in Eritrea, die keine Stimme haben dürfen, eine Stimme verleihen.

  • Daher fordern wir von der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union:
  • Keine internationale Unterstützung der Diktatur in Eritrea
  • Stilllegung der diplomatischen Beziehungen
  • Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Vertreter des eritreischen Regimes

Wir bitten um Unterstützung unseres 4. Fußmarsches, indem Sie sich mit uns solidarisieren und dazu beitragen, dass über den Marsch für Aufklärung, Menschenrechte, Demokratie und Frieden zumindest durch die Lokalpresse berichtet wird.
Sowohl wir als auch die befreiten Menschen von morgen wissen Ihre Solidarität und Unterstützung zu schätzen und bedanken uns im Voraus.
Wir laden hiermit alle herzlich ein, die ganze Route bzw. etappenweise mitzulaufen.
Die Marschroute verläuft wie folgt:
Stuttgart – Pforzheim – Karlsruhe – Bruchsal – Heidelberg – Mannheim – Heppenheim – Darmstadt – Frankfurt
Mit freundlichen Grüßen
ASPER und United4Eritrea

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